Artikel-Schlagworte: „Zensur“
Abgelehnt 1
Ab und an versuche ich mal, beim Focus einen Kommentar auf einen Artikel zu hinterlassen. Manche werden akzeptiert, andere nicht. Bei manchen kann ich’s verstehen, bei anderen nicht.
Dies ist meine Antwort auf den Kommentar des Focus Online Lesers “Muensterlaender” zu diesem Focus Artikel. Sie wurde abgelehnt mit einem schlichten Link auf des Focus’ Netiquette.
Das Wort "minderwertig" sagt dem Kontext noch immer einen gewissen Wert zu. Ich hingegen würde behaupten, dieser Bodensatz der Medienlandschaft ist vollkommen wertLOS.
Ziemlich empfindlich, die Jungs beim Focus. Die sollten mal bei Golem oder bei ShortNews die Kommentare lesen. Die würden ja auf der Stelle erblinden, Anfälle kriegen oder zu Stein werden! Da kämen die aus dem Meinungen Zensieren ja überhaupt nicht wieder heraus.
Ich kann nur Vermutungen anstellen, weshalb dieser Kommentar nicht durch die Prüfung kam. War es das “LOS” am Ende? War es die herabwürdigende Ausdrucksweise, mit der ich kurz und knapp über einen Teil der Medienlandschaft herzog (was aber auch der Muensterlaender tat)? Eine Medienlandschaft, der stellenweise ja auch der Focus angehört. Fühlen sich die Jungs und Mädels etwa angesprochen? Versteh das einer…
Skandal! Bild setzt Prioritäten
Update 06.04.2010 – 22:08
Ich bin ja positiv überrascht, dass das Video sogar im Heute Journal auf’m ZDF Erwähnung fand. Wenn auch etwas stiefmütterlich in den Kurzmeldungen. Jedenfalls kam’s so rüber. Aber immerhin!
Ursprünglicher Beitrag
Was gibt es wichtigeres als Flaschen, die Flaschen mit Flaschen bewerfen? Klar. Nichts! Jedenfalls nicht für den geübten Bild-Leser. Natürlich gibt es zumindest in meinen Augen Dinge, die man viel eher an die Öffentlichkeit zerren sollte. Aber was soll ein dumpfer Fußballfan auch mit einer Meldung anfangen, die von Kriegsverbrechen der USA handeln, begangen in einem Land, Irak genannt, das er gerade mal aus FIlmen wie Hot Shots kennt? Das ist doch bloß politischer Bullshit, den keine Sau interessiert.
Traurig. Mindestens ebenso traurig wie der eigentliche Inhalt des gestern von Wikileaks veröffentlichten Videos. In diesem Video ist zu sehen, wie im Jahr 2007 ein US-amerikanischer Kampfhubschrauber im Irak vermeintlich bewaffnete Zivilisten unter Beschuss nimmt und vernichtend schlägt. Unter den getöteten Zivilisten waren auch zwei Reuters-Journalisten, deren Kameras offenbar fälschlicherweise von den Hubschrauberpiloten für AK47 Gewehre gehalten wurden. Man scheint sich köstlich darüber zu amüsieren, wie die Zivilisten zuboden gehen und dann, im späteren Verlauf des Videos, auch noch von einem Militärfahrzeug überrollt werden. Und, sozusagen als Kirsche auf der vergammelten Torte, wird der geneigte Zuschauer im späteren Teil des Videos Zeuge, wie der Kampfhubschrauber einen mit weiteren Zivilisten bemannten Kleintransporter unter Feuer nimmt. In diesem Van befanden sich auch aus dem Hubschrauber deutlich sichtbar mindestens zwei Kinder.
DAS ist skandalös, Bild! Und die Tatsache, dass ihr diesen klaren Beweis von Kriegsverbrechen der ach so zivilisierten USA in aktuellen Konflikten nicht mit einer einzigen Silbe erwähnt.
Stattdessen iPad, DSDS, Tatjana Gsell, Fußball und andere Hurra-Konsum- und Volksverblödungskampagnen. Allerdings muss ich mich auch bei euch bedanken, liebe Bild-Zeitung. Denn dank euch halte ich mich gegenüber eurer gläubigen Anhängerschaft für überaus intelligent und gebildet. Das ist wie mit der Kompanie, wo der Spieß grölt: “Freiwillige vortreten!!!” und alle bis auf den letzten Idioten treten einen Schritt zurück.
Im Folgenden nun noch einmal das echte Skandal-Video:
Aber wir sind hier in Deutschland nicht als einzige mit einer verblüffend dreisten Presse gestraft. MSNBC zum Beispiel zensiert offenbar bewusst den Suchbegriff “wikileaks”. Aber seht selbst:
Dieses Blog ist per sofort ab 18!
Um den anstehenden Sperrverfügungen, Zensurmaßnahmen und so vorzugreifen, untersage ich nun hiermit allen minderjährigen Lesern den Zugriff auf mein Blog. Wer unter 18 ist, darf hier nun nicht mehr mitlesen, da ich sonst ALLES, was in irgendeiner Form entwicklungsschädigend für Jugendliche sein könnte, entfernen müsste. Tut mir Leid, Leute. Bedankt euch bei…
Fanboy, aber nicht uneingeschränkt…
Also ich finde ja gut, was Microsoft momentan so an Software auf den Markt wirft. Das hat alles irgendwie doch Hand und Fuß. Windows 7 ist klasse geworden, das .NET Framework sucht meines Erachtens seinesgleichen vergeblich, Silverlight ist in meinen Augen das bessere Flash und an der Office Suite führt für vernünftiges Arbeiten mit Dokumenten, Daten und Briefen auch kaum ein Weg so wirklich dran vorbei. Open Office, okay, hab ich mir lange nicht angesehen. Aber am Markt etabliert hat sich nun mal die Software aus Redmond. Da beißt die Maus keinen Faden ab.
Aber!
Ich als MS-Produkte-Fanboy distanziere mich entschieden von der Darstellung, das Internet sei ein einziger Hort von Kriminellen, die sich nicht an Recht und Gesetz hielten.
Natürlich gibt es im Web kriminelle Subjekte, wie auch im richtigen Leben. Das liegt einfach in der Natur der Sache: das Internet wird fast ausschließlich von Menschen genutzt und es gehört zur Natur des Menschen, dass seine Handlungsbandbreite auch immer kriminelle Handlungen beinhalten wird. Das wird immer und überall so sein, wo viele Menschen agieren. Daran kann man nichts (!) ändern. Gesetze helfen vielleicht, Auswüchse einzudämmen, aber verhindern werden sie sie niemals. Leider beinhaltet die Natur des Menschen auch, dass es beratungsresistente und erkenntnisimmune Individuen gibt, die ihre eigene Art nicht verstehen und nicht akzeptieren wollen, dass der Kampf gegen Kriminalität ein Kampf gegen Windmühlen ist.
Regeln sind gut, daran zweifle ich nicht. Zu viele Regeln bewirken aber genau das Gegenteil von dem, was sie eigentlich bewirken sollen und schaden letztendlich nur noch der gesellschaftlichen Entwicklung. Das Patent- und das Urheberrecht zum Beispiel verlangsamen massiv den technologischen und wissenschaftlichen Fortschritt, weil jede Erfindung, jede Entdeckung erst einmal auf ihre rechtliche Unantastbarkeit überprüft werden müsste. Da dies unmöglich ist, laufen immer wieder Wissenschaftler und Erfinder in die Abmahnfalle von Patenttrollen. Auf der anderen Seite begünstigen derartige Regeln sogar kriminelle Machenschaften anderer Art: dem Ausschlachten von teils sogar versehentlichen und unbewussten Rechteverletzungen Dritter in Form von Abmahnungen in utopischer Höhe. Dieser Abmahnwahnsinn ist nur durch ein überaltertes Urheberrecht überhaupt erst möglich. Und eigenartigerweise trifft es (fast) immer nur den kleinen Mann. Das Urheberrecht in der heutigen Form schützt keine Existenzen, es vernichtet sie.
Vielleicht ist das alles aber auch gewollt. Dass das Internet Teilen der Regierungen vieler Länder ein Dorn im Auge ist, ist nur zu verständlich, denn das Internet kostet sie Macht, die es auf der anderen Seite den Menschen am unteren Ende der Macht-Leiter wieder gibt. Es fördert den demokratischen Gedanken, es fördert Basisdemokratie und untergräbt die Autorität der etablierten Mächte und Eliten. Kein Wunder, dass man das irgendwie unterbinden und regulieren muss und will, wenn man es irgendwie kann. Auch das ist leider ein Teil unserer Natur: Machtgier. Vielleicht ist das Abmahnwesen ein gutes System, um unliebsame (staatskritische) Subjekte auf einfache Weise beiseite zu räumen. Ein Staatsfeind wird nicht mehr körperlich liquidiert, sondern existenziell (Abmahnung) und gesellschaftlich (Pädophilie). Ist viel einfacher und viel effektiver.
Leider gibt es nun auch solche, die aus Profitgier andere in ihrer Machtgier unterstützen. Peinliche Aktion, liebe “Microsoft-Deutschländer”. Peinliche Aktion, wirklich!
Gebt uns starke Sätze
In Holgis aktuellem Beitrag zu Zensursulas Rede vor einem Häufchen alter Menschen hat sich ein Gast kommentatorisch verewigt, der sich wünscht, wir hätten auch so starke Sätze, wie Zensursula. Nur eben als Gegenargumentation. Sätze, die sofort überzeugen. Sogenannte Killerargumente. Argumente, gegen die man, ohne all zu lange darüber nachzudenken, gar nichts haben kann.
Ich schließe mich dem mal unverwunden an. Von daher würde ich mir wünschen, dass mal meine spärlich genutzte Kommentar-Funktion dafür Verwendung fände, um solche starken Sätze zu entwerfen.
Also ran an die Tastatur!
Ein Herz für Inder
Kann die Indische Botschaft unserer Zensursula bitte auch mal mitteilen, dass ihr gesamtes Vorgehen absoluter Schwachsinn ist? Auf die scheint sie ja wenigstens zu hören, wenn schon nicht auf uns.
Ganze Arbeit
Da hat die liebe Bundesregierung ganze Arbeit geleistet. Dank der Begründung der Bekämpfung von Kinderpornografie wird auch eine Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe gegen das Gesetz sehr wahrscheinlich abblitzen, da in diesem Fall sicher niemand gern von einer persönlichen Betroffenheit sprechen will, die Voraussetzung für eine Beschwerde ist. Kluger Schachzug, muss man sagen. Brutal, aber klug.
Das heißt, wir müssen mit einer Beschwerde wohl warten, bis sie auch andere Bereiche betrifft. Dumm nur, dass alle Bereiche, die sie betreffen könnte, im Vorfelde wohl verboten werden und man sich somit grundsätzlich selbst als Verfechter illegaler Machenschaften im Internet darstellen müsste, um die notwendige persönliche Betroffenheit zu erreichen.
Demokratie ausgehebelt.
Darum www.jetzt-abwaehlen.de
Herr Münkler (Humboldt-Uni zu Berlin)
Da ich im Internet keinen Geschäften legaler noch illegaler Art nachgehe, bleibt für mich als Gegner von Sperren jeglicher Art Ihrer Meinung nach also nur noch Anarchist oder Kommunist über.
Herr Münkler, selbst ich als Nicht-Politik-Professor weiß sehr wohl, dass Kommunismus und Anarchie in der Theorie zwar gute Ansätze haben mögen und wunderbar funktionieren, in der Realität aber schon mehrfach bewiesen haben, dass sie mit der Natur des Menschen nicht vereinbar sind und am Menschen scheitern, für den sie eigentlich gut sein sollten. Ich propagiere also weder Anarchie noch Kommunismus, da mir sehr wohl bewusst ist, wohin sie führen.
Wenn Sie sich auch nur ein winzig kleines Bisschen mit der Materie, über die sie in der Frankfurter Rundschau referieren, auseinander gesetzt hätten, dann wäre Ihnen bewusst, dass wir Gegner nicht gegen Rechtsprechung im Web sind. Wir fordern kein rechtsfreies Internet. Wir fordern im Gegenteil eine intensive und effiziente Verfolgung von Verbrechern im und um das Web. Wir lehnen lediglich Wischi-Waschi-Symbolpolitik ab, die nichts bewirkt, außer Bürgerrechte einzuschränken.
Aber Ihresgleichen zeigt sich seit einigen Monaten so beratungsresistent, stur und merkbefreit, dass ich mir diese Zeilen eigentlich hätte sparen können. Ich spreche quasi mit einer Wand aus Hohlblockbeton. Aber es hilft zumindest, etwas Frust über den Bullshit abzulassen, den Sie und Ihre Artgenossen in Ihrer grenzenlosen Inkompetenz verzapfen.
Daher zitiere ich in diesem Zusammenhang einmal mehr den Kabarettisten Dieter Nuhr:
Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten.
Danke. Liebe Güte…
Und es ist DOCH Zensur
Unser allseits beliebter und respektierter Abgeordneter Wiefelspütz macht klar, dass es sich bei der angestrebten Kinderpornosperre doch um Zensur handelt. Seiner Meinung nach ist das Internet ein rechtsfreier Raum, in dem man nun das Gesetz durchsetzen müsse, indem man illegale Inhalte aller Art sperrt. Und nicht nur illegale Inhalte. Wenn’s nach ihm ginge, dann würden auch verfassungsfeindliche Inhalte und islamistische Propaganda gesperrt werden. Wie weit ist da noch der Schritt, auch politkritische Blogs zu sperren, weil “verfassungsfeindliche Propaganda”?
Danke für diese Klärung, Herr Wiefelspütz. Nicht dass uns das vorher schon klar war, aber es wurde aus Ihrer Riege bisher ja immer noch geleugnet. Nun ist die Katze endlich aus dem Sack. Danke dafür.
72 Stunden für +1
Kommenden Mittwoch wird es im Bundestag zu einer Debatte über die Internetsperren. 100.000 Stimmen und mehr bis dahin in unserer ePetition gegen Internetsperren wären nicht verkehrt, um unserem Anliegen noch einmal den zwingend nötigen Druck zu verleihen. Ran an die Buletten, Leute! Jeder sollte nochmal eine Stimme mehr für die Aktion werben, dann haut das auch hin. Ich hab gleich noch eine mehr.



