Artikel-Schlagworte: „Verblödung“
Volksverdummung macht Fortschritte; Stern hilft fleißig mit
“Kein Thema beschäftigte Deutschland diese Woche mehr.” – Wieder mal ein Fall von nicht so viel fressen können, wie man gerne kotzen würde, bei so viel Bullshit!
Aber vielleicht verlange ich zu viel von Gruner + Jahr. Als ob’s nichts verdammt nochmal wichtigeres gibt, als diesen Volksverblödungsmist DSDS. Und genau das muss man ja auch unbedingt so darstellen, damit’s auch wirklich jeder glaubt und keiner auf die Idee kommt, es gäbe wichtigere Dinge.
Zum Beispiel die Frage, wieso Schwarz/Gelb so mies abschneidet in den Umfragen: das liegt, ganz klar, am Wetter! Woran auch sonst? Am Generalverkacken sicherlich nicht. Damit das Volk das mitkriegt, müssten ja Magazine wie Stern oder so kritisch darüber berichten, aber für die gibt’s ja nichts weltpolitisch wichtigeres als DSDS.
Schere weiter geöffnet
Berlin schafft die dreigliedrige Schulform ab. Neben dem Gymnasium gibt es fortan nur noch die Sekundarschulen. Ein guter Schritt? Ich fürchte nicht. Was wird nun geschehen? Es ist doch nun eine ganze Bildungsschicht quasi über. Die muss irgendwo hin. Die vorher nach Leistung auf drei Schulen aufgeteilten Schüler werden nun in zwei Schulen gepfercht. Das reißt doch das Bildungsgefälle zwischen den beiden verbliebenen Schulformen noch weiter auseinander. Außerdem wage ich zu bezweifeln, dass die Lehrerschaft entsprechend angepasst wird, was wohl zwangsläufig zu qualitativ schlechterem Unterricht an den Sekundarschulen führen dürfte.
Aber das ist jawohl alles gewollt. Ein dummes Volk ist konsumgeil, obrigkeitshörig und glaubt den ganzen Mist, der ihm täglich unter die Nase gerieben wird, ohne ihn zu hinterfragen. Der Rest fügt sich aufgrund seines Minderheitendaseins dann in sein Schicksal. Und so öffnet sich die Armutsschere immer weiter.
Ich möchte übrigens in diesem Zusammenhang ein Buch empfehlen. Es ist das traurigste Buch, das ich bisher gelesen habe (hab’s noch nicht durch, lese noch), denn es bildet sehr gut die Realität ab. Es sagt nicht unbedingt viel neues, doch fasst der Autor sehr gut zusammen, was viele eh schon lange wissen, allerdings noch viel zu leise kritisieren. Es ist ein Buch, das Probleme aufzeigt. Gesellschaftliche Probleme, die zumindest gewaltfrei, vielleicht sogar mit Gewalt, unlösbar erscheinen, denn sie scheinen in der Natur unserer Welt und unserer Spezies begründet zu sein. Es zeigt, dass wir, entgegen unserem technologischen Fortschritt gesellschaftlich noch immer im Mittelalter verweilen und sogar Teile unserer Gesellschaft, die diesem entkommen zu sein schienen, nun wieder aktiv in diese Richtung zurück entwickeln:
- Bildung
- Berlin (im Buch konkret nicht erwähnt, aber das Thema Bildung allgemein wird beleuchtet)
- Rechtsstaatlichkeit
- Zumwinkel, Ackermann
- Demokratie
- Wahlen und Koalitionen
- Minderheitenregierungen
- negatives Stimmgewicht
- Gedankenfreiheit
- Irland, Blasphemie = Straftat (wurde im Buch bisher nicht erwähnt, ist vielleicht zu neu; oder es kommt noch)
- Aufstiegschancen
- Quasi-Kastensystem
- wer in ärmlichen Verhältnissen aufwächst, hat kaum noch Möglichkeiten, diesen zu entfliehen
- Vollzeitarbeit am Existenzminimum
Themen, Probleme, die unter anderem (wie gesagt, bin noch nicht durch) direkt oder indirekt in diesem Buch aufbereitet und dargelegt werden, weshalb ich es jetzt schon jedem zu lesen empfehlen möchte. Meine heutige Buchempfehlung daher:
Thomas Wieczorek – Die verblödete Republik
ISBN-13: 978-3426780985Droemer/Knaur Verlag
8,95 Euro


