Artikel-Schlagworte: „Raubkopierer“
Kunden? Wozu?
Böse Theorie: die Qualität der von der Contentmafia hergestellten Inhalte ist deshalb so schlecht, weil sie sie nur noch dem Zweck dient, gegen Raubkopierer abmahnen/klagen zu können. Sie verdient mit Abmahnungen/Klagen mehr Geld als mit dem eigentlichen Content.
Dazu passt auch das immer dreister werdende Gängelungsverhalten von immer mehr Publishern. Kunden bringen keinen ausreichenden Gewinn ein, man braucht sie nicht, kann sie ruhig vergraulen und zu den Raubmordkinderschänderkopierern treiben. Die sind nämlich viel wichtiger, bringen viel mehr Gewinn, wenn man sie juristisch fertig macht.
Von einem normalen Kunden kann man pro Titel ein paar Euros verlangen. Von einem abgemahnten Filesharer hingegen kann man pro Titel mal eben einige Tausend Euros verlangen. Zwar geht das an die Anwaltskanzleien, aber wer garantiert einem, dass die nicht hinten herum was für beide Klägerparteien profitables aushandeln?
And they wonder…
Ich glaub, das Bild spricht für sich: http://i.imgur.com/GxzeV.jpg
Vernunftsalarm
User IEEE802.1q schrieb im Heise-Forum folgenden Beitrag zu dem Thema “Popkomm: Musikmanager fordert Ende des Kampfs gegen die Netzpiraterie” (vorher lesen!)
Ich liebe ja überspitzte Darstellungen. Daher fand ich den Beitrag so gut, daß ich darum gebeten habe, ihn hier in seiner vollen Länge zitieren zu dürfen. IEEE802.1q hat ihn darauf hin unter die “Public Domain” gestellt. Danke dafür! (ein “paar” Rechtschreib- und Grammatikkorrekturen konnte ich mir allerdings nicht verkneifen)
ACHTUNG ! VERNUNFTSALARM ! DIES IST KEINE ÜBUNG !!!
…irgendwo auf der Welt. An einem geheimen Ort…
…1900 Zulu-Zeit…
Es ist ruhig. So ruhig, wie es eigentlich jeden Abend ist.
Content-Agent Smith und Special Content-Agent Smith sitzen an ihren
Tischen. Alles ist so, wie es jeden Abend ist. Die grosse Anzeigetafel
in Form einer Weltkarte scheint in dem fahlen grünen Licht der
kleinen Anzeigelampen. Über die Monitore huschen Zeilen mit
Dateinamen mit dezimalen Zahlen in Vierergruppen, Angaben zu
Speichergrößen.
Agent Smith sitzt lässig zurückgelehnt in seinem Bürostuhl, die Hände
hinter dem Kopf verschränkt: ”John, wisch dir mal unter der Nase lang!
Du bist da noch ganz weiß vom Koks.”
“Danke, Jim.” Special Agent Smith schaut in seinen kleinen
Taschenpiegel, auf dem sich noch Pulverreste befinden, und wendet sich
dann wieder seiner Konsole zu. “Du, hier habe ich was
Vielversprechendes.”
“Zeig her!” Agent Smith rückt mit seinem Bürostuhl heran. “Wie
vielversprechend, John?”
“Mindestens 30 Alben im Upload! Provider speichert auch.”
“Und, John? Finanzquerprüfung gemacht?”
“Ja. Anschlussinhabern ist Angestellter, unteres Management. Jahreseinkommen 55.956 Euro. Genau richtig. Da gibts gut zu ernten.”
“Ja, John, aber nicht genug finanzieller Hintergrund, sich zu wehren.
Eigentlich optimal. Hast du das Umfeld geprüft? Nicht, daß wir wieder einen Sohn eines lokalen Politiker hochnehmen. Mann, das gab
Ärger das letzte…”
“ACHTUNG! KRITISCHER VORFALL! DIES IST KEINE ÜBUNG!!” Das Gespäch
wird lautstark und jäh unterbrochen von der Sirene und der
automatischen Durchsage.
Der ganze Raum ist in tief rotes Licht getaucht, von der Rundumleuchte,
die sich an der Decke dreht. Auf der Weltkarte an der Wand im
Bereich Europe flackert nervös ein rotes Licht.
Agent Smith schnellt zu seinem Terminal rüber und beginnt hektisch
die Tastatur zu bearbeiten. ”Was ist los, Jim???” Der Special Agent
war aufgestanden und stand jetzt hinter ihm.
“Warte, John! Und stell den verdammten Alarm ab!” John geht zu
seinem Terminal und tippt ALT+F4, der Alarm verstummt, nur noch die
rote Rundumleuchte taucht den Raum in ein gespenstisches Licht.
“Subjekt: Jenner, Peter. Musikmanager.” sagt Agent Smith, ohne von
seinem Terminal aufzuschauen. “Er hat eben grad ÖFFENTLICH gesagt, daß
die Jagd auf Filesharer sinnlos wäre!!”
“Ruhig, Jim, wahrscheinlich nur ein kleines Licht, das eh keiner ernst
nimmt.”
“Nein, John! Der hat sogar schon Pink Floyd gemanaged!”
“WO JIM?” Leichte Panik schwingt in der Stimme des Special Agents.
“Berlin, Deutschland. Popkomm Messe!”
“MEIN GOTT!” Special Agent Smith lässt sich rückwärts in seinen Stuhl
fallen und ist kreidebleich geworden. “Weiß der nicht, was er da
anrichtet?? Haben wir ein Team in der Nähe?”
Agent Smith tippt ein paar Befehle in sein Terminal. “Negativ! Wir
haben zur Zeit ein mobiles Team in Stockholm. Übergabe von
Bestechungsgeldern, damit der große Torrent-Tracker da dichtgemacht
wird… Aber das schaffen die nie, auch nicht mit dem Jet!”
“Egal, die sollen ihre Ärsche bewegen! Du weißt selber, wie
ansteckend diese Idee ist, wenn sie erstmal im Umlauf i…”
“John! Es ist zu spät! Es wurde schon veröffentlicht: heise.de ,
Heise Verlag, Deutschland”
Der Special Agent greif zitternd zum Telefon. “Ich informiere jetzt
die Division..”
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Hier noch der direkte Link zum Thread im Heise-Forum:
Nochmals danke!
Raubmordkopierer
Ein sehr schöner Beitrag zum aktuellen Mode-Thema “Content-Mafia vs. böser Raubkopierer”:


