Artikel-Schlagworte: „Filesharing“
Kinobesucher mit Nachtsichtgeräten ausgespäht
Da geht man abends ins Kino, um sich einen guten Film reinzuziehen, vielleicht auch aus anderen Gründen, aber sicher nicht um einen miesen Cam-Rip davon zu machen, den es sowieso schon mehrfach im Internet gibt, und was erhält man? Zwei bezahlte Voyeure, die einen dabei beobachten, wie man lieber mit der hübschen Sitznachbarin fummelt, anstatt sich den Film anzusehen. Danke, Warner Bros.
Ich mein, macht ruhig weiter so. Verarscht und terrorisiert weiterhin die einzigen Leute, die euch noch Geld in die Kassen bringen. Treibt weiter eure Spielchen mit euren ehrlichen Kunden. Dann wird es auch für die illegalen Filesharer irgendwann kein Material mehr geben, das sich zu verteilen lohnt. Vernichtung durch Austrocknung. Eine wahrlich erfolgversprechende Strategie. Nicht einmal wirklich schade, dass du, liebe Content-Mafia, dabei selbst zum Kollateral-Schaden wirst.
Hausdurchsuchung als Strafe
Nun ist die Grenze zwischen Beweissicherung und Bestrafung auch öffentlich überschritten worden. Konsequenzen daraus? Ich wette, keine. Richtervorbehalt, dass ich nicht lache.
Vernunftsalarm
User IEEE802.1q schrieb im Heise-Forum folgenden Beitrag zu dem Thema “Popkomm: Musikmanager fordert Ende des Kampfs gegen die Netzpiraterie” (vorher lesen!)
Ich liebe ja überspitzte Darstellungen. Daher fand ich den Beitrag so gut, daß ich darum gebeten habe, ihn hier in seiner vollen Länge zitieren zu dürfen. IEEE802.1q hat ihn darauf hin unter die “Public Domain” gestellt. Danke dafür! (ein “paar” Rechtschreib- und Grammatikkorrekturen konnte ich mir allerdings nicht verkneifen)
ACHTUNG ! VERNUNFTSALARM ! DIES IST KEINE ÜBUNG !!!
…irgendwo auf der Welt. An einem geheimen Ort…
…1900 Zulu-Zeit…
Es ist ruhig. So ruhig, wie es eigentlich jeden Abend ist.
Content-Agent Smith und Special Content-Agent Smith sitzen an ihren
Tischen. Alles ist so, wie es jeden Abend ist. Die grosse Anzeigetafel
in Form einer Weltkarte scheint in dem fahlen grünen Licht der
kleinen Anzeigelampen. Über die Monitore huschen Zeilen mit
Dateinamen mit dezimalen Zahlen in Vierergruppen, Angaben zu
Speichergrößen.
Agent Smith sitzt lässig zurückgelehnt in seinem Bürostuhl, die Hände
hinter dem Kopf verschränkt: ”John, wisch dir mal unter der Nase lang!
Du bist da noch ganz weiß vom Koks.”
“Danke, Jim.” Special Agent Smith schaut in seinen kleinen
Taschenpiegel, auf dem sich noch Pulverreste befinden, und wendet sich
dann wieder seiner Konsole zu. “Du, hier habe ich was
Vielversprechendes.”
“Zeig her!” Agent Smith rückt mit seinem Bürostuhl heran. “Wie
vielversprechend, John?”
“Mindestens 30 Alben im Upload! Provider speichert auch.”
“Und, John? Finanzquerprüfung gemacht?”
“Ja. Anschlussinhabern ist Angestellter, unteres Management. Jahreseinkommen 55.956 Euro. Genau richtig. Da gibts gut zu ernten.”
“Ja, John, aber nicht genug finanzieller Hintergrund, sich zu wehren.
Eigentlich optimal. Hast du das Umfeld geprüft? Nicht, daß wir wieder einen Sohn eines lokalen Politiker hochnehmen. Mann, das gab
Ärger das letzte…”
“ACHTUNG! KRITISCHER VORFALL! DIES IST KEINE ÜBUNG!!” Das Gespäch
wird lautstark und jäh unterbrochen von der Sirene und der
automatischen Durchsage.
Der ganze Raum ist in tief rotes Licht getaucht, von der Rundumleuchte,
die sich an der Decke dreht. Auf der Weltkarte an der Wand im
Bereich Europe flackert nervös ein rotes Licht.
Agent Smith schnellt zu seinem Terminal rüber und beginnt hektisch
die Tastatur zu bearbeiten. ”Was ist los, Jim???” Der Special Agent
war aufgestanden und stand jetzt hinter ihm.
“Warte, John! Und stell den verdammten Alarm ab!” John geht zu
seinem Terminal und tippt ALT+F4, der Alarm verstummt, nur noch die
rote Rundumleuchte taucht den Raum in ein gespenstisches Licht.
“Subjekt: Jenner, Peter. Musikmanager.” sagt Agent Smith, ohne von
seinem Terminal aufzuschauen. “Er hat eben grad ÖFFENTLICH gesagt, daß
die Jagd auf Filesharer sinnlos wäre!!”
“Ruhig, Jim, wahrscheinlich nur ein kleines Licht, das eh keiner ernst
nimmt.”
“Nein, John! Der hat sogar schon Pink Floyd gemanaged!”
“WO JIM?” Leichte Panik schwingt in der Stimme des Special Agents.
“Berlin, Deutschland. Popkomm Messe!”
“MEIN GOTT!” Special Agent Smith lässt sich rückwärts in seinen Stuhl
fallen und ist kreidebleich geworden. “Weiß der nicht, was er da
anrichtet?? Haben wir ein Team in der Nähe?”
Agent Smith tippt ein paar Befehle in sein Terminal. “Negativ! Wir
haben zur Zeit ein mobiles Team in Stockholm. Übergabe von
Bestechungsgeldern, damit der große Torrent-Tracker da dichtgemacht
wird… Aber das schaffen die nie, auch nicht mit dem Jet!”
“Egal, die sollen ihre Ärsche bewegen! Du weißt selber, wie
ansteckend diese Idee ist, wenn sie erstmal im Umlauf i…”
“John! Es ist zu spät! Es wurde schon veröffentlicht: heise.de ,
Heise Verlag, Deutschland”
Der Special Agent greif zitternd zum Telefon. “Ich informiere jetzt
die Division..”
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Hier noch der direkte Link zum Thread im Heise-Forum:
Nochmals danke!


