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von Feuerkind

Bye bye Deutsche Bildung

Juli 7, 2010 in Öffentlichkeit, Politik von Feuerkind

Seit Ende Mai geht es um: Die Uni Lübeck steht vor dem aus! Weil die Landesregierung den Medizinstudiengang streichen und nur noch in Kiel anbieten möchte drohen der Universität drastische Einschnitte im finanziellen Bereich. Die Uni Lübeck gehört in keinem Fall zu den schlechtesten Universitäten in Deutschland und startete als medizinische Hochschule. Ab 2012 sollen nun keine neuen Studenten im Bereich Medizin mehr angenommen werden. Neben dem Studiengang Medizin sind auch noch weitere mit Medizin verknüpfte Studiengänge an der Uni Lübeck betroffen, die ebenfalls vor dem Aus stehen.

Diese Woche hat die Uni Lübeck nun ein Sparkonzept vorgelegt, das den Erhalt der Universität sichern soll, aber dem Land auch Geld sparen soll. Das Konzept schlug auch vor, dass an der Uni Kiel weniger Studenten im Bereich Medizin starten. Die Uni Kiel lehnt daher die Pläne der Uni Lübeck strikt ab.

Das Land muss Millionen sparen, das ist klar. Kosten als Teilhaber der HSH Nordbank und die „allgemeine Krise“ reißen große Löcher in die Kassen. Die Frage die sich stellt: Ist es richtig bei der Medizin zu sparen? Erst vor kurzem ging wieder die Meldung um, dass in Deutschland ein Ärztemangel herrscht. Dennoch will Schleswig Holstein den Studiengang streichen – Das Problem an der Medizin ist wohl, dass es einer der teuersten Studiengänge ist.

Doch noch weitere Gerüchte machen die Runde. Es soll wohl auch dem Bereich Management an der Uni Flensburg an den Kragen gehen. Diese Tatsache geht bei dem Geschrei um die Uni Lübeck bisher unter, wobei der Schaden auch deutlich geringer ist.

Nun komme ich zu einem anderen Punkt: In Hessen wurde bereits ein Sparpaket für die Universitäten beschlossen. Über 30 Millionen Euro müssen die Universitäten und Fachhochschulen pro Jahr einsparen.

Doch nun kommt das: 24,7 Millionen Euro investiert das Land Hessen in die Privatuni EBS: Für die neue Fakultät „EBS Law School“ in Wiesbaden. Die Stadt zahlt noch einmal 10 Millionen Euro drauf. Ich dachte das Land muss sparen? Wo kommt dann auf mal dieses Geld her?

Die EBS ist eine private Einrichtung. Sie wird eigentlich mit Geldern aus der Wirtschaft und Studiengebühren finanziert – und die sind mit knapp 6.000 Euro pro Semester alles andere als niedrig!

Ich finde es eine Sauerei, dass ein Bundesland so mit dem Geld umgeht, das es uns aus der Tasche zieht. Ich hoffe inständig, dass in Schleswig-Holstein nicht etwas Ähnliches passiert. Es reicht schon wenn das Land erreicht, dass sich die Universitäten gegenseitig zerfleischen. Da müssen die das Geld dann nicht auch noch der Privatwirtschaft in den hintern Pumpen.

Es ist wohl leider abzuwarten was passiert. Die Bildung, die die Zukunft unseres Deutschlands sein sollte, befindet sich offensichtlich weiter im Verfall. Ich gewinne immer mehr das Gefühl,  die Politik versucht alles, sie noch schlechter zu machen oder komplett zu verhindern. Zuerst hat man die Studiengänge mit dem „Bologna-Prozess“ verschlechtert und die international hoch anerkannten Diplome in Deutschland abgeschafft – nun versuchen einige Politiker die Universitäten endgültig zugrunde zu richten.

Warum sollte man auch gebildete Bürger haben wollen? Die fangen ja nur an nachzudenken und jemand anderen zu wählen! Sowas kann man als Politiker nicht gebrauchen! AUFWACHEN ist angesagt! Wir brauchen wohl dringend mal ein Erdbeben, damit die da oben im Turm was merken!

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von SeveQ

Schere weiter geöffnet

Januar 14, 2010 in Buchempfehlung, Die Welt, Kurzkommentare, Öffentlichkeit, Politik von SeveQ

Berlin schafft die dreigliedrige Schulform ab. Neben dem Gymnasium gibt es fortan nur noch die Sekundarschulen. Ein guter Schritt? Ich fürchte nicht. Was wird nun geschehen? Es ist doch nun eine ganze Bildungsschicht quasi über. Die muss irgendwo hin. Die vorher nach Leistung auf drei Schulen aufgeteilten Schüler werden nun in zwei Schulen gepfercht. Das reißt doch das Bildungsgefälle zwischen den beiden verbliebenen Schulformen noch weiter auseinander. Außerdem wage ich zu bezweifeln, dass die Lehrerschaft entsprechend angepasst wird, was wohl zwangsläufig zu qualitativ schlechterem Unterricht an den Sekundarschulen führen dürfte.

Aber das ist jawohl alles gewollt. Ein dummes Volk ist konsumgeil, obrigkeitshörig und glaubt den ganzen Mist, der ihm täglich unter die Nase gerieben wird, ohne ihn zu hinterfragen. Der Rest fügt sich aufgrund seines Minderheitendaseins dann in sein Schicksal. Und so öffnet sich die Armutsschere immer weiter.

 

Ich möchte übrigens in diesem Zusammenhang ein Buch empfehlen. Es ist das traurigste Buch, das ich bisher gelesen habe (hab’s noch nicht durch, lese noch), denn es bildet sehr gut die Realität ab. Es sagt nicht unbedingt viel neues, doch fasst der Autor sehr gut zusammen, was viele eh schon lange wissen, allerdings noch viel zu leise kritisieren. Es ist ein Buch, das Probleme aufzeigt. Gesellschaftliche Probleme, die zumindest gewaltfrei, vielleicht sogar mit Gewalt, unlösbar erscheinen, denn sie scheinen in der Natur unserer Welt und unserer Spezies begründet zu sein. Es zeigt, dass wir, entgegen unserem technologischen Fortschritt gesellschaftlich noch immer im Mittelalter verweilen und sogar Teile unserer Gesellschaft, die diesem entkommen zu sein schienen, nun wieder aktiv in diese Richtung zurück entwickeln:

  • Bildung
    • Berlin (im Buch konkret nicht erwähnt, aber das Thema Bildung allgemein wird beleuchtet)
  • Rechtsstaatlichkeit
    • Zumwinkel, Ackermann
  • Demokratie
    • Wahlen und Koalitionen
    • Minderheitenregierungen
    • negatives Stimmgewicht
  • Gedankenfreiheit
    • Irland, Blasphemie = Straftat (wurde im Buch bisher nicht erwähnt, ist vielleicht zu neu; oder es kommt noch)
  • Aufstiegschancen
    • Quasi-Kastensystem
    • wer in ärmlichen Verhältnissen aufwächst, hat kaum noch Möglichkeiten, diesen zu entfliehen
    • Vollzeitarbeit am Existenzminimum

Themen, Probleme, die unter anderem (wie gesagt, bin noch nicht durch) direkt oder indirekt in diesem Buch aufbereitet und dargelegt werden, weshalb ich es jetzt schon jedem zu lesen empfehlen möchte. Meine heutige Buchempfehlung daher:

Thomas Wieczorek – Die verblödete Republik
ISBN-13: 978-3426780985

Droemer/Knaur Verlag

8,95 Euro

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von SeveQ

Brechmittel für Polit-Gourmets

Juli 7, 2008 in Öffentlichkeit, Politik von SeveQ

Lasst euch mal diese beiden Heise-Artikel im gegenseitigen Kontext auf der Zunge zergehe:

Weiter hohe Zahl von Studienabbrechern an Fachhochschulen

Bundesregierung will Zuwanderung ausländischer Fachkräfte erleichtern

Irgendwas schmeckt daran ganz besonders bitter, nicht wahr? Kann es sein, daß die Bundesküche hier zu lange am Bildungssalz gespart hat? Viele Köche verderben eben doch den Brei.

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