Artikel-Schlagworte: „Bailout“
Wie die Thüringer Allgemeine berichtet, geben nur 7,4% der deutschen Hotels die seit Anfang des Jahres geltende verminderte Mehrwertsteuer an ihre Kunden weiter. 13,9% würden ihre Preise sogar erhöhen.
Hand aufs Herz: hat irgendjemand was anderes erwartet? Wieder nur eine weitere Geschichte des Marktradikalismus aus dem Genre “Steuerzahler finanziert unfreiwillig Unternehmensgewinne”. Ist ja beileibe nicht das erste Mal. Allgemein kann man immer sagen, wenn Bailouts oder Steuersenkungen für eine Branche oder ein Unternehmen anstehen, dass der Steuerzahler für die Misswirtschaft des Unternehmers büßen muss, ihm seine Verluste ausgleicht. Das ist gleichbedeutend damit, seine “Gewinne” (wenn auch noch auf dem roten Zahlenstrahl) zu finanzieren.
Eine Nachricht an die lieben Politiker, die ständig von totalitärer Marktradikalität (völlig entfesselten Unternehmen ohne Einmischung durch den Staat) sprechen: Bailouts und Steuersenkungen sind das Gegenteil davon. Sie sind Einmischung von Seiten des Staates. Wenn ein Unternehmen zu Tode gewirtschaftet wurde, dann hat es das Ende nicht anders verdient und gehört dicht gemacht. Die Lücke wird die Konkurrenz füllen, wodurch dort – der Logik nach – neue Arbeitsplätze entstehen müssten. Und wenn die Lücke, die das sterbende Unternehmen hinterlässt, so klein ist, dass keine neuen Arbeitsplätze bei den Lückenfüllern entstehen, dann ist auch ein Bailout nur mehr ein Aufschub des Unvermeidlichen und somit verbranntes Geld.
Aber was tipp ich mir hier die Finger wund. Jeder weiß doch inzwischen: sowas kommt “da oben” eh nicht an, weil die’s genau wissen und es ja auch von unseren Eliten eigentlich alles so gewollt ist. Sklaverei und Lehnsherrentum in der Moderne. Von wegen, wir sind raus aus dem Mittelalter.


