Naivität
Dezember 20, 2008 in Uncategorized von SeveQ
In Groß Britannien hat eine Familie sich ein Baby im Reagenzglas züchten lassen, weil sie Angst davor hatte, dass das Kind in ferner Zukunft einmal Brustkrebs bekommt, da die Familie erblich vorbelastet ist. Dazu hat sie aus einer Reihe von im Reagenzglas gezeugten Embryonen einen ausgewählt, der das Brustkrebs-Gen nicht hat. Eine umstrittene Vorgehensweise, die hier in Deutschland noch verboten ist.
Ich persönlich finde es gut, wenn die genetische Vorauswahl dazu führt, dass in einigen Jahrzehnten weniger Menschen an den Geißeln der Menschheit leiden müssen; an Krankheiten wie Krebs und so weiter.
Aber wie die Kritiker schon zu recht anmerken, irgendwann wird dieses Verfahren dazu verwendet werden, Designer-Babys zu züchten. Also solche, die 100% intelligent, 100% schön und 100% perfekt sind.
Paul Serhal vom University College Hospital London behauptet hingegen, dass soetwas “niemals für triviale Dinge wie die Vorauswahl von Augen- oder Haarfarbe angewandt werden” wird. Der werte Herr Wissenschaftler geht naiverweise davon aus, dass heutige Moralvorstellungen auch in 10 – 100 Jahren noch Usus sind. Wenn’s nach ihm (und den Kritikern) ginge, wäre es vielleicht so, dass diese Vorgehensweise niemals zu einer Auswahl optischer und mentaler Merkmale führen würde. Aber wer sagt uns, dass das in 100 Jahren immer noch gilt? Die Geschichte zeigt uns das genaue Gegenteil. Was gemacht werden kann, wird auch gemacht.
Ich persönlich würde jedenfalls meinen Arsch darauf verwetten, dass es in nicht all zu ferner Zukunft gemacht werden wird. Warum sollte man davon auch Abstand nehmen, wenn die Möglichkeit besteht? Es gab noch keine einzige fortschrittliche bahnbrechende Erfindung, die aus irgendwelchen Moralvorstellungen heraus weltweit keine Anwendung fand. Dafür sind die Menschen dieser Welt schon in ihren moralischen und ethischen Grundvorstellungen einfach zu unterschiedlich.





