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von SeveQ

Interpretation

Juli 6, 2010 in Familie von SeveQ

Was macht man als Mann zwischen den Stühlen, wenn man unter folgenden Bedingungen lebt:

  1. eine Schwiegermutter im Haus, die…
    • selbst in leichte Tagesmüdigkeit ihrer Tochter “schlechte Laune” hinein interpretiert (ist bei ihr manchmal auch schwer zu unterscheiden, gebe ich zu) und daraufhin ständig mit ironischen Sprüchen wie “Dich brauch ich ja gar nicht erst fragen” und so auf ihr herum hackt
    • bei Kritik an ihrem Umgang komplett aus-ras-tet und daraufhin mit Sprüchen wie “Ich bin doch nur euer Lakai” und “für euch tu ich alles, und was tut ihr?” um sich wirft
    • wenn ihr Hilfe im Haushalt angeboten wird, mit Antworten kommt, a’la “Das kann ich auch alleine, mir hilft ja sonst auch keiner”
  2. einen Schwiegervater im Haus, der sich kaum einmischt und wenn doch, nur irrationalen Mist zur Diskussion beisteuert oder diese gleich ganz unterbindet
  3. eine Frau, die mit real völlig vernichteter Laune aus solchen Situationen heraus geht
  4. alle genannten Personen chronisch dazu neigen, sich massivst im Tonfall zu vergreifen und dies auch bei Kritik sofort und in einer Art tun, die sämtliche Skalen sprengt
  5. keine der genannten Personen fähig ist, sachlich und emotionsfrei zu diskutieren oder überhaupt wirklich über seine Gefühle zu sprechen
  6. leider, leider, man selber auch irgendwie nicht in der Lage zu sein scheint, seinen Eindruck vom Umgang der drei Personen miteinander vernünftig zu artikulieren, ohne dass es gleich nach Kritik klingt und in vormals genannte Stresssituation mündet

Ja… was macht man da? Ausziehen? Würde ich in solchen Momenten nur zu gerne. Alleine! Macht doch, was ihr wollt! Leckt mich am… Aber dann denke ich, was das für ein riesen Aufwand wäre und an das letzte Mal, dass ich mit so’nem Vorschlag ankam und dass das finanziell wohl absolut nicht drin ist. Und schwupps, ist der Gedanke wieder weg. Naja, weg… im Hinterkopfgerümpel verschwunden.

Was kann man sonst machen? Die Schnauze halten? Ich bin so erzogen, dass man solche Probleme anspricht. Damit bin ich in dieser Familie ein großer Störfaktor, absolut inkompatibel. Hier wird nichts diskutiert, sondern alles unter den Teppich gekehrt. Für sachliche Argumente ist hier in solch einem Streitfall eh niemand offen. Ich hab nämlich ehrlich gesagt keinen Bock darauf, mich ankeifen zu lassen. Ich bin nur leider derjenige, der die schlechte Laune meiner besseren Hälfte dann ausbaden darf.

Ich glaub, in Zukunft werd ich einfach meinen Mund halten. Wer nicht fähig ist, mit mir zu diskutieren, mit dem diskutiere ich auch nicht. Punkt!

Ich frage mich nur, was soll das? Was sollen solche Sprüche, wie die oben genannten, bezwecken? Warum schmeiß ich jemandem an den Kopf, dass ich ihn nicht fragen brauche, weil er sowieso schlechte Laune hat? Noch dazu, ohne das wirklich zu wissen, sondern nur aus meiner persönlichen Interpretation seines Verhaltens heraus. Guckt jemand ein bisschen bedröbbelt und ist einsilbig = schlechte Laune? Schlechte Laune = “muss ich gar nicht fragen, schmeiß ihm aber ‘nen dämlich destruktiven Spruch an den Kopf”. Das ist fies, das ist unfair! Was soll das? Muss man das machen, mit Menschen so umgehen, die man eigentlich gern hat?

Für ihre Art und Weise mit uns allen, inklusive ihrem Mann, umzugehen könnte ich Schwiegermama manchmal an die Wand klatschen. So lieb und freundlich sie sonst auch ist, manchmal kann man sie echt in der Pfeife rauchen. Leider färbt das immer gleich auf die ganze Familie ab. Und ich bin am Ende derjenige, der’s alles ausbaden darf. Mal sehen, wann ich die Schnauze endgültig voll habe…

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Familie… fuck, yeah!

April 13, 2010 in Familie, Kleine Erlebnisse von SeveQ

Familie…

wieso ist das immer so scheiße kompliziert? Wieso sind die meisten Menschen nicht in der Lage, offen über ihre Gefühle zu reden?

Kurzer Abriss: Schwägerin ist ein paar Tage seltener Gast. Schatzi ist reichlich angepisst, weil sie sich von ihrer Familie übergangen und hinten angestellt fühlt. Verständlich. Sie ist quasi kaum noch existent, wenn ihre Schwester mal zu Besuch kommt. Ihre andere Schwester drängt sich allein schon durch ihren Charakter in den Vordergrund, aber Schatzi ist nicht so. Sie ist eher zurückhaltend dann. Die Familie geht während des Aufenthalts ihrer Schwester kein Stück auf Schatzi ein, weil sie sie mal wieder ob ihrer aus dieser beschissenen Situation resultierenden Laune gefressen haben. Abstrakter gesagt: A (Schatzi) spricht nicht mit B (Familie), weil B nicht mit A spricht und B spricht nicht mit A, weil A nicht mit B spricht. Und C (ich)… ja… C sitzt zwischen den Stühlen. Jippie! Sehr bequem hier unten. :(

Ich hab mich erdreistet, das Thema anzusprechen. Tut mir Leid, bin so erzogen, dass ich sage, wenn mir was nicht passt. Ende vom Lied: Familie ist jetzt auch von mir angepisst, weil hier anscheinend keiner damit klar kommt, wenn ihm jemand die Meinung sagt. Da Schatzi nicht mit der Sprache rauskommt (bei der Reaktion der Familie auf meine eigene Wortmeldung auch kein Wunder: völliges Unverständnis, Wut, Ärger, Mauerei, Flucht [Schwiegermutter: “Nee, nee, nicht das schon wieder!” *raum-wechsel*, *tür-schließ*], absolut Alarmstufe Rot, sinngemäß: “Jetzt geht das schon wieder los, lass mich in Ruhe damit!”), muss ich das tun. Sonst bleibt’s unausgesprochen, fördert Magengeschwüre und irgendwann überlaufende Fässer. Ich kann das gar nicht leiden, darum mach ich den Mund auf. Da ich aber nur das an Argumentation rüber bringen kann, was Schatzi zumindest mir offenbart, entsteht eine Art Stille-Post-Effekt mit gehenktem Nachrichtenüberbringer (danke auch).

Man kotzt mich das an. Aber was soll ich machen?! Ich kann’s nicht ertragen, wenn derartige Baustellen offen bleiben. Ich kann’s nicht ertragen, wenn Familienmitglieder nicht miteinander reden. Ich ertrage es nicht und ich verstehe es nicht. Es geht mir gegen den Strich. Es steht mir bis unter die Schädeldecke.

Gerade die Reaktionen Mauern und Flüchten kann ich so absolut gar nicht leiden. Jemand versucht zu erklären, wieso es ihm (bzw. jemand anderem) nicht gut geht und als Reaktion kommt sowas wie “Lass mich in Ruhe damit” (unausgesprochen, aber was ist Flucht anderes)? Was soll der Scheiß? Ich bin jedenfalls nicht sehr verwundert, dass Schatzi sich lieber zurückzieht, anstatt sich zu öffnen. Letzteres würde und wurde bisher, das zeigt meine eigene Erfahrung hier, nur als lächerlich abgetan, nicht wirklich ernst genommen und mit Gegenargumenten totgeredet.

Wie fühle ich mich dabei? Machtlos. Der Prügelknopf, der den Unmut beider Seiten ausbaden darf. Und mit diesem Unmut im Bauch gehe ich jetzt ins Bett.

Familie… manchmal echt zum Kotzen.

Gute Nacht!

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