Archiv für die Kategorie „Die Welt“
Was heute schon so alles als Amoklauf bezeichnet wird… tztztz… Also Amoklauf, das ist doch das, wo jemand sich ‘ne Knarre (oder sonst irgendeine Waffe) schnappt, losrennt und wild um sich ballernd/schlagend/stechend wahllos Leute tötet. Moment… mal Wikipedia fragen… okay, also in blinder Wut auf alles losgehen, was sich bewegt oder auch nicht. Also von explizit gezielter Tötung kann bei Amok nicht die Rede sein.
Ich zitiere Wikipedia:
…eine plötzliche, willkürliche, nicht provozierte Gewaltattacke mit erheblich fremdzerstörerischen Verhalten mit darauffolgender Erinnerungslosigkeit und Erschöpfung…
Der junge Mann in Ludwigshafen hat anscheinend zwar aus Wut gehandelt, aber gezielt seinen verhassten Lehrer angegriffen. Es war keine willkürliche Tat, den Aussagen des Täters nach zu urteilen sogar mehr oder weniger provoziert durch “schlechte Noten”. Auch gab es offenbar kein “erhebliches fremdzerstörerisches Verhalten”. Der Täter hatte neben dem Messer lediglich eine Fackel und eine Schreckschusspistole dabei.
Dies als Amoklauf zu bezeichnen, halte ich für gefährlich und maßlos überzogene Panikmache. Es gibt mir das Gefühl, dass hier die Diskussion um Killerspiele und Jugendgewalt wieder künstlich angeheizt werden soll, um von den schlechten Quoten der Regierungsparteien abzulenken. Da kommt so ein einfacher Mord, denn nichts anderes ist dieser Fall, doch wie gerufen. Vergleiche mit Winnenden, Erfurt, Emsdetten, Columbine sind so hanebüchen und an den Haaren herbeigezogen wie zwischen einem Spuckekugel-Blasrohr und einer Desert Eagle.
Ich könnte meinen Arsch verwetten, dass da demnächst wieder die Diskussion um ein Videospielverbot hochkocht. Naja, macht man…
Hmm… kommt einem schon komisch vor. Es scheinen sich die Fälle zu häufen, dass deutsche Soldaten in Afghanistan Zivilisten über den Haufen ballern, die mit ihrem Auto auf die Soldaten zugerast sind. Es entsteht ein Bild in meinem Kopf, das nur zwei Schlüsse zulässt:
- Der/Die Fahrer des Wagens sind wirklich so dämlich, dass sie glauben, die Soldaten schießen nicht, wenn sie in (vermeintliche) Gefahr geraten (ich würde, wenn in einem Kriegsgebiet ein Irrer in ‘nem Auto auf mich zubrettert)
- Der/Die Fahrer wissen genau, was sie da tun, und sorgen (Märtyrer Light) dafür, dass die Soldaten einer nach dem anderen von der deutschen Justiz entwaffnet/abgeholt werden. Entsorgt Besatzer und spart auch noch Sprengstoff.
Berlin schafft die dreigliedrige Schulform ab. Neben dem Gymnasium gibt es fortan nur noch die Sekundarschulen. Ein guter Schritt? Ich fürchte nicht. Was wird nun geschehen? Es ist doch nun eine ganze Bildungsschicht quasi über. Die muss irgendwo hin. Die vorher nach Leistung auf drei Schulen aufgeteilten Schüler werden nun in zwei Schulen gepfercht. Das reißt doch das Bildungsgefälle zwischen den beiden verbliebenen Schulformen noch weiter auseinander. Außerdem wage ich zu bezweifeln, dass die Lehrerschaft entsprechend angepasst wird, was wohl zwangsläufig zu qualitativ schlechterem Unterricht an den Sekundarschulen führen dürfte.
Aber das ist jawohl alles gewollt. Ein dummes Volk ist konsumgeil, obrigkeitshörig und glaubt den ganzen Mist, der ihm täglich unter die Nase gerieben wird, ohne ihn zu hinterfragen. Der Rest fügt sich aufgrund seines Minderheitendaseins dann in sein Schicksal. Und so öffnet sich die Armutsschere immer weiter.
Ich möchte übrigens in diesem Zusammenhang ein Buch empfehlen. Es ist das traurigste Buch, das ich bisher gelesen habe (hab’s noch nicht durch, lese noch), denn es bildet sehr gut die Realität ab. Es sagt nicht unbedingt viel neues, doch fasst der Autor sehr gut zusammen, was viele eh schon lange wissen, allerdings noch viel zu leise kritisieren. Es ist ein Buch, das Probleme aufzeigt. Gesellschaftliche Probleme, die zumindest gewaltfrei, vielleicht sogar mit Gewalt, unlösbar erscheinen, denn sie scheinen in der Natur unserer Welt und unserer Spezies begründet zu sein. Es zeigt, dass wir, entgegen unserem technologischen Fortschritt gesellschaftlich noch immer im Mittelalter verweilen und sogar Teile unserer Gesellschaft, die diesem entkommen zu sein schienen, nun wieder aktiv in diese Richtung zurück entwickeln:
- Bildung
- Berlin (im Buch konkret nicht erwähnt, aber das Thema Bildung allgemein wird beleuchtet)
- Rechtsstaatlichkeit
- Zumwinkel, Ackermann
- Demokratie
- Wahlen und Koalitionen
- Minderheitenregierungen
- negatives Stimmgewicht
- Gedankenfreiheit
- Irland, Blasphemie = Straftat (wurde im Buch bisher nicht erwähnt, ist vielleicht zu neu; oder es kommt noch)
- Aufstiegschancen
- Quasi-Kastensystem
- wer in ärmlichen Verhältnissen aufwächst, hat kaum noch Möglichkeiten, diesen zu entfliehen
- Vollzeitarbeit am Existenzminimum
Themen, Probleme, die unter anderem (wie gesagt, bin noch nicht durch) direkt oder indirekt in diesem Buch aufbereitet und dargelegt werden, weshalb ich es jetzt schon jedem zu lesen empfehlen möchte. Meine heutige Buchempfehlung daher:
Thomas Wieczorek – Die verblödete Republik
ISBN-13: 978-3426780985Droemer/Knaur Verlag
8,95 Euro
Es ist ruhig geworden um die Schweinegrippe. Neue Fälle müssen nicht gemeldet werden und von Menschen die daran tatsächlich sterben hört man auch nichts mehr. Komisch wo doch diese erste Pandemie des neuen Jahrtausends so schlimm sein sollte. Von Beginn an wurde Panik gemacht, schon als es in Mexiko losging.
Dann, als die ersten Fälle in Deutschland auftraten und gar die ersten Toten bekannt wurden, brach der Hype erst richtig aus. In Hamburg liefen plötzlich tatsächlich erste Menschen mit Mundschutz rum. Nicht das es ihnen was gebracht hätte, denn ihre Hände hielten sich ungeschützt an den Haltestangen in den Bussen fest.
Als nächstes kam die Impfung. Keiner weiß welche Nebenwirkungen sie hat aber nach Möglichkeit sollte sie jeder machen lassen. Dafür wurden Millionen ausgegeben. Die gingen dann an die Pharmafirmen, die sich die Hände gerieben haben dürften. Als dann jedoch kaum jemand eine Impfung über sich ergehen ließ, waren die Nachrichten plötzlich voll von “Wieder mehr Fälle von Schweinegrippe” oder ähnlichen Titeln. Dadurch wurden die Impfdosen dann doch noch den Ärzten aus den Händen gerissen. Und wozu das alles? Weil kaum jemand ernsthaft krank war? Weil die Lebensgefahr so hoch war?
Tatsache ist immerhin, dass jedes Jahr allein in Deutschland 20.000 Menschen an der normalen Influenza sterben. Das sind soweit ich weiß mehr als weltweit an der Schweinegrippe gestorben sind. Die meisten Krankheitsverläufe waren so harmlos, dass es fast einer Erkältung glich.
Wer hat also ein Interesse daran? Meine Meinung: Die Pharmafirmen. Das war insgesamt eine Machtdemonstration die weltweit erfolgte: “Bezahlt uns, oder sterbt” um es etwas überzeichnet darzustellen. Die Frucht der Panik ging auf. Impfdosen wurden zu Millionen verkauft. Das Problem unserer Regierung: Die Impfdosen wurden nicht verbraucht, weil kaum jemand sich impfen ließ. Also wurden die Medien nochmal angestachelt ein bisschen Panik zu verbreiten. Dann stimmt’s auch wieder mit der Abgabe der Impfdosen.
Ich glaube die Schweinegrippe könnte schon jahrelang existieren, wurde nur noch nicht erkannt, weil nicht danach gesucht wurde und weil der Krankheitsverlauf der normalen Grippe ähnelt. Tote wurden als normale Grippetote gewertet. Als das Virus dann erkannt wurde, konnte auch danach gesucht werden. So ist natürlich die Verbreitung plötzlich sehr drastisch angestiegen. Das ist natürlich Spekulation, aber möglich wäre es.
So sind ein paar Firmen um ein paar Milliönchen reicher.
Der Dumme ist wie immer der Steuerzahler bzw. kleine Bürger.
Also ich finde ja gut, was Microsoft momentan so an Software auf den Markt wirft. Das hat alles irgendwie doch Hand und Fuß. Windows 7 ist klasse geworden, das .NET Framework sucht meines Erachtens seinesgleichen vergeblich, Silverlight ist in meinen Augen das bessere Flash und an der Office Suite führt für vernünftiges Arbeiten mit Dokumenten, Daten und Briefen auch kaum ein Weg so wirklich dran vorbei. Open Office, okay, hab ich mir lange nicht angesehen. Aber am Markt etabliert hat sich nun mal die Software aus Redmond. Da beißt die Maus keinen Faden ab.
Aber!
Ich als MS-Produkte-Fanboy distanziere mich entschieden von der Darstellung, das Internet sei ein einziger Hort von Kriminellen, die sich nicht an Recht und Gesetz hielten.
Natürlich gibt es im Web kriminelle Subjekte, wie auch im richtigen Leben. Das liegt einfach in der Natur der Sache: das Internet wird fast ausschließlich von Menschen genutzt und es gehört zur Natur des Menschen, dass seine Handlungsbandbreite auch immer kriminelle Handlungen beinhalten wird. Das wird immer und überall so sein, wo viele Menschen agieren. Daran kann man nichts (!) ändern. Gesetze helfen vielleicht, Auswüchse einzudämmen, aber verhindern werden sie sie niemals. Leider beinhaltet die Natur des Menschen auch, dass es beratungsresistente und erkenntnisimmune Individuen gibt, die ihre eigene Art nicht verstehen und nicht akzeptieren wollen, dass der Kampf gegen Kriminalität ein Kampf gegen Windmühlen ist.
Regeln sind gut, daran zweifle ich nicht. Zu viele Regeln bewirken aber genau das Gegenteil von dem, was sie eigentlich bewirken sollen und schaden letztendlich nur noch der gesellschaftlichen Entwicklung. Das Patent- und das Urheberrecht zum Beispiel verlangsamen massiv den technologischen und wissenschaftlichen Fortschritt, weil jede Erfindung, jede Entdeckung erst einmal auf ihre rechtliche Unantastbarkeit überprüft werden müsste. Da dies unmöglich ist, laufen immer wieder Wissenschaftler und Erfinder in die Abmahnfalle von Patenttrollen. Auf der anderen Seite begünstigen derartige Regeln sogar kriminelle Machenschaften anderer Art: dem Ausschlachten von teils sogar versehentlichen und unbewussten Rechteverletzungen Dritter in Form von Abmahnungen in utopischer Höhe. Dieser Abmahnwahnsinn ist nur durch ein überaltertes Urheberrecht überhaupt erst möglich. Und eigenartigerweise trifft es (fast) immer nur den kleinen Mann. Das Urheberrecht in der heutigen Form schützt keine Existenzen, es vernichtet sie.
Vielleicht ist das alles aber auch gewollt. Dass das Internet Teilen der Regierungen vieler Länder ein Dorn im Auge ist, ist nur zu verständlich, denn das Internet kostet sie Macht, die es auf der anderen Seite den Menschen am unteren Ende der Macht-Leiter wieder gibt. Es fördert den demokratischen Gedanken, es fördert Basisdemokratie und untergräbt die Autorität der etablierten Mächte und Eliten. Kein Wunder, dass man das irgendwie unterbinden und regulieren muss und will, wenn man es irgendwie kann. Auch das ist leider ein Teil unserer Natur: Machtgier. Vielleicht ist das Abmahnwesen ein gutes System, um unliebsame (staatskritische) Subjekte auf einfache Weise beiseite zu räumen. Ein Staatsfeind wird nicht mehr körperlich liquidiert, sondern existenziell (Abmahnung) und gesellschaftlich (Pädophilie). Ist viel einfacher und viel effektiver.
Leider gibt es nun auch solche, die aus Profitgier andere in ihrer Machtgier unterstützen. Peinliche Aktion, liebe “Microsoft-Deutschländer”. Peinliche Aktion, wirklich!
Oft erinnere ich mich dieser Tage an Zitate wie “Das war eines der finstersten Kapitel unserer Geschichte” (frei übernommen aus “Star Trek: TNG”)oder ähnliches. Damit sind fiktive oder reale Perioden der Geschichte gemeint, die finsterer kaum sein könnten. Darunter das Mittelalter mit seiner Hexenverbrennung und der Inquisition, die Zeit des 3. Reiches und derlei fiese “Kapitel unserer Geschichte”.
Ich frage mich dann, wie wird die heutige Zeit eines Tages in den Geschichtsbüchern stehen? Wie wird man darüber berichten? Über die Nazis kann man sagen, sie waren böse, weil sie Juden verbrannt und vergast haben. Über die Inquisition kann man sagen, sie waren böse, weil sie Hexen verbrannt und Unschuldige gefoltert und auf die unmenschlichsten Arten hingerichtet haben, die der menschlichen Fantasie entspringen mochten.
Aber wie spricht man eines Tages über die bösen Menschen von heute? Über Mafia-Bosse, die wegen Geld und Macht über Leichen gehen. Über Manager, die wegen Geld und Macht (existenziell betrachtet) über Leichen gehen. Über Politiker und Lobbyisten, die mit Panikmache, Propaganda und False-Flag Operationen im eigenen Stall ihre finsteren Träume von totaler Überwachung und Knebelung der Gesellschaft in die Tat umsetzen. Um ihre Macht zu festigen, ihr Geld zu sichern und ihre Gier zu befriedigen, melken sie gerade die, denen es ohnehin schon schlecht geht, noch weiter, bis auch der letzte Lebenstropfen aus ihnen heraus gepresst wurde. Wie wird man eines Tages über heute berichten?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass man die Zeit heute in einem Satz wie “Die waren böse, weil…” zusammen fassen kann. Die Welt ist heute so komplex, dass sie ein einzelner nicht zu erfassen imstande ist. Es gibt nicht eine einzelne Gruppe, die man einst als Wurzel allen Übels wird ansehen können. Es gibt nicht “nur” die Nazis. Es gibt nicht “nur” die Inquisition. Es gibt Kapitalisten, Kommunisten, Lobbyisten, Islamisten, andere Terroristen, Konsumenten, Politiker, religiöse Spinner, Sekten, Schmarotzer, Großkonzerne, Mafia-Familien (die inzwischen auch nichts anderes mehr sind als Großkonzerne), Banken. Sie alle tragen auf die eine oder andere Weise durch ihr rücksichtsloses und gieriges Verhalten zum Leid des Menschen bei. Wer soll da noch durchsehen?
Oder ist es vielleicht so, dass auch schon zu Adolf Hitlers Zeiten nicht nur seine Nazis für das Leid der Menschen sorgten, sondern auch damals schon besagte Gruppierungen ihren Teil in der ganzen Welt dazu beitrugen? Gab es neben der Inquisition im Mittelalter auch so etwas wie die Mafia, Lobbygruppen, Sekten (kaum vorstellbar)? Sucht die Geschichte sich immer den einfachsten Sündenbock, um ein dunkles Kapitel zu beschreiben? Wer wird es dann sein, der für die heutige Zeit herhalten darf?
Der Mensch, der in 50 oder 100 oder 200 Jahren mal die Geschichtsbücher über die heutige Zeit verfassen darf, der tut mir jetzt schon Leid. Das wird eine Lebensaufgabe. Und auch die Schüler tun mir Leid, die dieses Kapitel der Geschichte eines Tages in der Schule behandeln müssen.


