Als ich gerade diesen Artikel bei Heise gelesen habe, ist mir der Kragen geplatzt. Naja, eigentlich ist er eher noch weiter eingerissen. Geplatzt ist er schon vor einiger Zeit. Und seitdem kriege ich ihn nicht wieder zu. Was heute so alles im Namen des “Geistigen Eigentums” unterdrückt wird… es ist unglaublich. Daher hier meine aktuellen Ansichten zum Thema “Geistigen Eigentums”.
Kleiner Einwurf: der Begriff “Geistiges Eigentum” wird in vielen Fällen inzwischen für monopolistische Zwecke missbraucht und findet mehrheitlich als Synonym für “Urheberrecht”, “Patentrecht” und “Markenrecht” Anwendung, die mit dem ursprünglichen Begriff des geistigen Eigentums nur noch marginal etwas zu tun haben. Der ursprüngliche Begriff des geistigen Eigentums wurde eingeführt, um den ursprünglichen Entwickler einer Idee in natürlicher Person davor zu bewahren, dass mit seiner eigenen Idee von marktschweren Unternehmen Kasse gemacht wird und er nichts davon hat. Schaue ich mir heute Vertriebsmodelle wie das der GEMA an, sehe ich deutlich, dass sich der Begriff des “geistigen Eigentums” sehr gewandelt hat. Er ist ins Missbräuchliche abgedriftet.

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CC muss natürlich sein, weil ich mich ja davor schützen muss, dass jemand meine Meinung in meinem Namen irgendwo verfälscht wiedergibt. Kopieren und verlinken könnt ihr den Kram hier so viel ihr wollt. Ich verdiene da eh nix dran. Selbst wenn… In diesem Sinne…
Geistiges Eigentum bremst die Fortentwicklung unserer Gesellschaft massivst aus und sollte grundlegend überdacht werden. Steht nicht das Wohl der Gemeinschaft über dem Wohl des einzelnen, in diesem Fall einer einzelnen Firma?
Fortschritt in jeder Hinsicht, finde ich, ist das wichtigste Gut der Menschheit überhaupt. Kein Fortschritt bedeutet Stillstand. Stillstand bedeutet keine Entwicklung, keine Entwicklung bedeutet Verlust von Werten und Verlust von Werten bedeutet Auslöschung. Die Menschheit entwickelt sich entgegen ihrer Gesetze immer weiter fort. Das ist nicht aufzuhalten. Wenn die Technologie dabei nicht schritthalten kann wegen irgendwelcher Patentgesetze, wird der Schaden für die Allgemeinheit weit größer sein, als der Nutzen für den einzelnen es jemals aufwiegen könnte.
Was spricht denn gegen eine Gesellschaft ohne “Geistiges Eigentum”? Wenn jemand etwas erfindet und dafür ausreichend entlohnt werden will, soll er jemanden finden, der’s in bester Qualität produziert. Dann wird es sich am Markt durchsetzen und seinen Erfinder belohnen.
Klar, Billigkopien würden am Markt erstmal explodieren. Aber der Kunde wird irgendwann merken, dass billig mit Qualität nicht viel zu tun hat. Warum sonst stellen sich Leute immer noch Siemens und Miele Waschmaschinen hin (wobei Siemens ja auch in Fernost fertigen lässt)? Weil sie den Qualitätsgedanken nicht vergessen haben. Sonst stünde in jeder Waschküche heute eine Waschmaschine irgendeiner chinesischen Billigmarke.
Ich bin überzeugt davon, dass eine Gesellschaft ohne “Geistiges Eigentum” besser dran wäre und exponentiell technologischen Fortschritt erreichen würde.
Meiner Meinung nach war der technoligische Fortschritt im Bereich der Computertechnik nur deshalb möglich, weil das Patent- und Urheberrecht auf diese neue Entwicklung des PC nicht vorbereitet war und es etliche Gesetzeslücken gab, die von Entwicklern und Erfindern genutzt wurden. Klar, viele sind dabei auf der Strecke geblieben, durchgesetzt haben sich letztlich nur jene, die das beste Preis/Leistungs-Verhältnis geliefert haben. Aber ist das schlecht? Ist das nicht überall und immer so? Nennt man das nicht deshalb auch Wettbewerb?
Stellt euch einfach mal vor, es hätte auch im Bereich der Videospiele schon damals ein so restriktives Urheberrecht gegeben, wie wir es heute haben. Oder sogar so schlimm, wie es von den Rechteinhabern eingefordert wird. Glaubt mal nicht, dass wir heute Grafikkarten hätten, die bereits nahezu fotorealistische Bilder in Echtzeit berechnen könnten. Die Nachfrage nach besseren Grafikkarten wäre wesentlich geringer gewesen, weil der komplette Teil jener, die sich die Spiele “auf andere Weise” besorgt haben, als Kunden für die Grafikkartenhersteller weggefallen wäre. Und der Anteil war und ist nicht eben klein.
FullHD-Flachbildfernseher, DVD-Player, MP3-Player, überhaupt “All-purpose”-Mediaplayer, all das Geräte, die ohne “raubmordkopierte” Inhalte niemals so weit entwickelt worden wären.
Aber das traut sich in der Öffentlichkeit kein Hersteller von Media- oder MP3-Playern zu sagen. Sie stellen lieber klammheimlich Geräte her, die offiziell für’s Abspielen von legal erworbenen Inhalten da sind, aber sie bauen Hintertüren ein (bzw. lassen diese einfach offen stehen), die natürlich auch das Abspielen “anderer” Inhalte ermöglichen, weil sie genau wissen, dass ihre Kunden das Gerät sonst nicht in dem angepeilten Maße kaufen würden.
Mein Fazit also: ja, ich sehe in der Tat eine Korrelation zwischen technologischem Fortschritt und Restriktivität des Patent-, Urheber- und Markenrechts. Die genannte Rechtslandschaft findet heute doch nur noch Anwendung, um potentielle Konkurrenten platt zu machen, anstatt, wofür es ursprünglich mal gedacht war, die Ideen eines kleinen Erfinders gegen mächtige geldgeile Konzerne zu schützen. Der Spieß hat sich wohl gedreht.
Als ich gerade diesen Artikel bei Heise gelesen habe, ist mir der Kragen geplatzt. Naja, eigentlich ist er eher noch weiter eingerissen. Geplatzt ist er schon vor einiger Zeit. Und seitdem kriege ich ihn nicht wieder zu. Was heute so alles im Namen des "Geistigen Eigentums" unterdrückt wird... es ist unglaublich. Daher hier meine ...